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Die ersten Schritte mit dem Dutch Oven

Hier findet ihr eine Anleitung über die ersten Schritte mit eurem Dutch Oven

 

Ein besonderer Dank hierbei gilt unserem Gast Autor Manuel Schultz von fire&steel für die Erstellung dieser Anleitung

Was ist ein Dutch Oven

Der Dutch Oven ist ein dickwandiger Kochtopf aus Gusseisen. Dazu gehört ein ebenfalls schwerer Deckel, dessen besondere Vorteile wir dir weiter unten erläutern. Soweit es sich nachvollziehen lässt, dürfte die Namensgebung auf überlieferte holländische Herstellungsweisen zurückgehen, die sich der Engländer Abraham Darby im 18. Jahrhundert patentieren ließ. Gekocht wurde mit vergleichbaren Töpfen schon Jahrhunderte zuvor.

Aufgrund des dickwandigen Gusseisens heizt ein Dutch Oven nur langsam auf. Damit ist er perfekt zur schonenden Zubereitung von Mahlzeiten geeignet. Wurde er erst einmal auf Temperatur gebracht, speichert er diese und braucht in der Folge relativ wenig Glut für den weiteren Kochvorgang.

Der passgenaue Deckel sorgt dafür, dass der Dampf nicht entweicht und die Speisen mit einer Rundum-Hitze gegart werden. Vor allem Fleisch bleibt auf diese Weise schön saftig.

Zwei weitere Besonderheiten kennzeichnen einen Dutch Oven:

Zum einen verfügt er über drei Füße. So kann er in die Glut gestellt werden. Die drei Füße sorgen dafür, dass der Dutch Oven stets sicher steht. Anders als es etwa mit vier Füßen der Fall wäre, ist ein Wackeln von vorn herein ausgeschlossen. Dieses bewährte Prinzip hat schon den Schemel so erfolgreich gemacht.

Zum anderen haben die Deckel des Dutch Oven einen hohen Rand. Kohlen können auf den Deckel gelegt werden, ohne dass sie beim Hantieren ins Essen fallen. Dies sind, neben der Passgenauigkeit des Deckels, beste Voraussetzungen zum Schaffen einer Rundum-Hitze. Mancher Deckel des Dutch Oven lässt sich auch als Pfanne benutzen. Hierzu wird er gedreht und auf einen Pfannenknecht gelegt. Manche Hersteller machen den Einsatz eines Pfannenknechts überflüssig, indem sie auf der Oberseite des Deckels kleine Füße eingearbeitet haben. Wenn du weder einen Pfannenknecht besitzt, noch über einen Dutch Oven mit eingearbeiteten Füßen verfügst, kannst du den Deckel auch auf Steine legen. 

 

Worauf du beim Kauf achten solltest

Die Dutch Oven der allermeisten Hersteller sind solide verarbeitet und gut geeignet. Oftmals unterscheiden sie sich lediglich in Details. Einen kritischen Blick solltest du behalten, wenn du einen allzu billig hergestellten „no-name“-Dutch Oven erworben hast.

Hier kann die Qualität minderwertig sein, so dass etwa scharfkantige Ecken vorhanden sind oder Füße und Griffe des Dutch Oven zum Bruch neigen. Das wird spätestens dann gefährlich, wenn du einen vollbeladenen, heißen Dutch Oven vom Feuer nehmen willst und er dir buchstäblich auf die Füße fallen könnte.

Auf diese allgemein gültigen Dinge solltest du achten:

  • Der Dutch Oven sollte am Henkel hängend in Waage sein.
  • Die Wände des Topfes sollten an allen Stellen weitgehend die gleiche Stärke aufweisen.
  • Der Deckel sollte recht passgenau schließen (einen 100-Prozent passenden Deckel wirst du nur mit Mühe finden, was aber nicht tragisch ist. Ein klein wenig „Spiel“ ist unschädlich).
  • Die Füße sollten nicht zu dünn sein, sie könnten sonst brechen.
  • Es sollten stabile, gut handhabbare Griffe vorhanden sein. Dabei sollten keine scharfkantigen Ecken hervorstehen.
  • Der Rand des Deckels sollte eine ausreichende Höhe haben, so dass keine Kohlen herunter fallen.

Neben diesen allgemeinen Hinweisen solltest du insbesondere auf die für dich passende Größe achten. Kochst du für deine Familie oder gar für eine größere Gruppe? In Abhängigkeit davon wählst du eine Topfgröße, die in den allermeisten Situationen passt.

Prüfe kritisch, ob du dir wirklich einen eigentlich viel zu großen Topf kaufen solltest, nur weil du alle zwei Jahre einmal ein größeres Fest feierst. Ein größerer Topf ist schwerer und unhandlicher.

Die meisten Einsteiger starten mit einem Dutch Oven für 4-6 Personen. Bei den Größenangaben der Hersteller findest du Ziffern vor, die sich entweder auf den Inhalt in Quart beziehen (1 Quart entspricht 0,95 Liter) oder auf den Durchmesser in Zoll (1 Zoll entspricht 2,54 Zentimetern). Leider haben sich die Hersteller nicht auf eine einheitliche Bezeichnung verständigt, so dass du genauer in die Produktbeschreibung schauen musst. Nur so erkennst du, welcher Variante dein auserwählter Hersteller folgt. Ein „12er“ Dutch Oven kann je nach Hersteller knapp 8 Liter Inhalt bieten (dann sind 12 Zoll Durchmesser gemeint) oder gut 11 Liter (dann handelt es sich um eine Angabe in Quart). Du siehst, dass der schnelle Blick auf die Zahl trügerisch sein kann.

Wähle als Kontrolle am besten den Weg über die Herstellerangaben zum Volumen in Litern.

 

Von klappernden Deckeln

Die Passgenauigkeit des Deckels wirft mitunter Fragen auf. Sei nicht verunsichert, wenn der Deckel deines Topfes bei Bewegungen etwas klappert. Das ist normal und schon aufgrund des rauen Gusseisens kaum zu vermeiden. Würde der Deckel ohne jedes Spiel – luftdicht – aufsitzen, wäre es möglich, dass er sich nicht mehr lösen lässt. Außerdem könnte es dazu kommen, dass der Öl-Film im Dutch Oven ranzig wird und Gerichte aus dem Topf einen sauren Geschmack annehmen. Nicht zufällig stecken viele Nutzer des Dutch Oven während der Lagerung ein gefaltetes Blatt Küchenpapier zwischen Deckel und Topf, um so für Luftzirkulation zu sorgen. Du erkennst ein normales Spiel des Deckels daran, dass er sich bei jeder Drehung minimal anders verhält. Das Wackeln tritt dann an manchen Stellen stärker und an einigen schwächer auf. Selten kommt es vor, dass ein Deckel nicht wie oben beschrieben nur etwas Spiel hat, sondern fehlerhaft ist und übermäßig wackelt.

Dies kann drei Gründe haben:
Es könnte sein, dass am Topf oder am Deckel noch eine kleine warzenartige Erhebung zu finden ist. Dabei handelt es sich um einen herstellungsbedingten Gussfehler. Prüfe Topf und Deckel entlang der Auflageflächen und achte auf derartige Erhebungen. Solltest du eine Warze finden, kannst du dich entweder mit deinem Verkäufer in Verbindung setzen, um einen Austausch zu veranlassen oder du entfernst die Warze leicht selbst, indem du sie mittels Feile oder Dremel abschleifst. Reibe die betreffende Stelle im Anschluss mit etwas Fett ein (beispielsweise Sonnenblumenöl). Du kannst den Dutch Oven dann ganz normal verwenden.

Der Topf selbst könnte verzogen sein. Er ist dann nicht zu 100 Prozent rund, sondern leicht oval. Dieser Fehler ist mit bloßem Auge möglicherweise nicht sofort erkennbar. Du stellst einen ovalen Topf fest, wenn es trotz Drehung des Deckels auf dem Topf immer an derselben Stelle wackelt oder du den Topf kopfüber auf eine Glasplatte (etwa die deines Ceran-Kochfeldes) legst. Wackelt er, ist er verzogen. Stellest du ein deutliches Wackeln fest, solltest du deinen Topf soweit noch möglich austauschen oder ihn aussortieren.

Gleichermaßen selten kommt es vor, dass der Deckel verzogen ist. Einen krummen Deckel erkennst du, wenn du ihn auf den Dutch Oven legst. Drehe nun den Deckel auf dem Topf. Wackelt es stets an derselben Stelle des Deckels (die wackelige Stelle „wandert“ bei der Drehung mit), ist er verzogen. Auch hier kannst du den Fehler mittels Glasplatte oder sonst absolut ebener Fläche ergründen. Lege den Deckel hierauf und prüfe, ob er wackelt. Ist dies deutlich wahrnehmbar, ist der Deckel defekt.

 

Dutch Oven Zubehör

Im Folgenden sind die typischen Zubehör-Artikel aufgelistet. Du findest hier neben der Erläuterung auch eine Bewertung dazu, ob du das Zubehör in jedem Fall benötigst oder auch ohne starten kannst.

 

Deckelheber

Der Deckelheber sollte bei keinem Dutch Oven fehlen. Beachte, dass der Deckel des Dutch Oven ein hohes Gewicht hat, heiß wird und mit Kohlen bedeckt ist. Einen solchen Deckel wirst du während des Kochens mehrfach auf- und absetzen. Alternative Lösungen mittels Astgabeln oder sonstigen Stöckern und Stäben bergen Risiken. Auch das Bewegen des Deckels mit Schutzhandschuhen kommt an die Sicherheit und den Komfort des Deckelhebers nicht heran (zu Schutzhandschuhen gleich mehr). Die Besonderheit der eigens angefertigten Deckelheber für Dutch Oven liegt darin, dass sie neben der Festigkeit eine Querstrebe haben. Die Querstrebe verkeilt sich im Deckel und hält ihn stets waagerecht. Diesen Umstand wirst du schon beim ersten Einsatz mit Kohlen auf dem Deckel zu schätzen wissen. Der Deckelheber gehört somit zu den „must-have“-Produkten.

 

Schutzhandschuhe

Schutzhandschuhe dienen deiner Sicherheit. Schon deshalb sollte an dieser Stelle nicht gespart werden. Hier kann auf die Anmerkungen zum Deckelheber verwiesen werden. Natürlich kannst du dir auch in diesem Fall mit alternativen Lösungen behelfen. Die Handhabung von Kohlen und Dutch Oven wird dadurch jedoch weniger komfortabel und sicher sein. Freue dich lieber darüber, dass du deinen Dutch Oven mit Schutzhandschuhen in Ruhe und mit geschützten Händen in die Glut stellen und auch wieder herausnehmen kannst. Schutzhandschuhe sind zwar kein „Pflichtkauf“. Sie erleichtern das Kochen mit dem Dutch Oven aber ganz enorm. Eine echte Empfehlung.

 

Untersetzer/Pfannenknecht

Es gibt Untersetzer, die einen sicheren Stand des Topfes in angehäufter Glut ermöglichen. Wenn du den Deckel deines Dutch Oven als Pfanne verwenden möchtest, kannst du hierfür einen Deckelständer erwerben. So brätst du Speck, Eier, Pfannkuchen oder andere Dinge an. Hierzu wird der Deckel umgedreht und in die Glut gestellt. Damit du nicht mit weniger standfesten Bastellösungen hantieren musst, stellest du deinen Deckel am besten auf einen speziell angefertigten Untersetzer bzw. Pfannenknecht.

Manche Hersteller wählen einen anderen Weg:
Hier sind auf der Oberseite des Deckels bereits Füße eingearbeitet, auf die du den Deckel ganz ohne weiteres Zubehör stellen kannst. Ein Pfannenknecht oder eingearbeitete Füße im Deckel sind ein sehr nützliches Extra. Anders als beim Deckelheber und den Handschuhen ist die Notwendigkeit jedoch eng an deine Bedürfnissen geknüpft. Meist gelingt es auch mittels Steinen oder anderen „Untersetzern“, den Topf oder Deckel hinreichend gerade und fest zu platzieren. Gerade wenn du deinen Dutch Oven Deckel auch als Pfanne benutzen willst, solltest du in jedem Fall Schutzhandschuhe verwenden. Andernfalls lässt sich der Deckel kaum bewegen.

 

Transporttasche

Eine Transporttasche ist nicht in jedem Fall erforderlich. Es kommt insbesondere darauf an, ob du mit deinem Dutch Oven viel unterwegs sein wirst. Kannst du diese Frage bejahen, ist eine solche Tasche sinnvoll. Gusseisen ist zwar schwer und massiv, es ist jedoch keinesfalls bruch- und kratzfest. Das Material des Dutch Oven ist eher spröde, so dass du bei Stürzen durchaus Schäden anrichten kannst. Wenn du mit deinem Dutch Oven auf Reisen gehst, solltest du ihn geschützt transportieren. Du findest von verschiedenen Herstellern Taschen aus trapazierfähigem Nylon, die den Besonderheiten des Dutch Oven gerecht werden. Die Taschen verfügen über einen verstärkten Boden (teilweise mit Schaumeinlage), so dass die Füße geschützt sind. Überdies verfügen sie über hinreichend große Trageschlaufen, so dass du diese trotz des hohen Gewichts vom Dutch Oven bequem in die Hand nehmen kannst.

 

Kohlenzange

Du kannst auch altes Grillbesteck benutzen. Beim Kochen mit dem Dutch Oven wirst du immer wieder in die Situation kommen, glühende Kohlen zu verschieben. Wenn die Temperatur zu heiß wird, müssen Kohlen unter dem Dutch Oven entfernt werden. Wenn du die Rundum-Hitze nutzen willst, braucht es Kohlen auf dem Deckel. Für das Platzieren der Kohlen nutzt du am besten eine Kohlenzange. Selbstverständlich sind auch andere Methoden denkbar. Insbesondere im Hinblick auf mögliche Brandgefahren, sind die meisten kreativen Bastellösungen am Ende den metallenen Zangen unterlegen. Eine speziell hergestellte Kohlenzange ist nicht erforderlich. Mit Einschränkungen funktionieren auch Grillzangen, Schürhaken usw. Die Hauptsache ist, du kannst glühende Kohlen damit sicher bewegen.

 

Anzündkamin

Beim Anzündkamin handelt es sich um Hilfsmittel, mit dem du das Durchglühen der Kohlen verkürzen und bequemer gestaltest. Schütte die gewünschte Menge an Kohlen in den Anzündkamin. Lege unten ein paar geknüllte Blätter Zeitungspapier hinein und zünde diese an. Nach 10-20 Minuten sind die Kohlen schon bereit. Du kannst die Kohlen mit deiner Kohlenzange einzeln herausnehmen und deinen Dutch Oven auf Temperatur bringen. Der Anzündkamin ist ein optionales Zubehör, welches du nicht unbedingt benötigst. Du gewinnst damit jedoch spürbar an Komfort.

 

Thermometer

Es gibt Thermometer in verschiedenen Ausführungen, die für den Dutch Oven geeignet sind. Dabei findest du Thermometer, die mittels Magneten von außen an den Dutch Oven geklemmt werden, solche die mittels Temperaturfühler in den Gar-Raum gehalten werden und solche, die zugleich die Temperatur im Fleisch/Gericht messen können (Bratenthermometer). Für alle Ausführungen gilt: Zwingend erforderlich sind sie nicht. Manch einer schätzt zwar die Gewissheit, die gewünschte Temperatur auch wirklich erreicht zu haben. Vielen Dutch-Oven-Benutzern reicht jedoch eine Annäherung. Die meisten Gerichte gelingen schließlich auch mit einiger Toleranz bezüglich der Temperatur. Ein Thermometer solltest du kaufen, wenn die Temperaturregulierung über die Faustformel (siehe unten) oder über wachsende Erfahrung nicht ausreicht und du gerne mit exakt eingestellter Temperatur kochen möchtest.

 

Einbrennmittel und Pflegemittel

Mit der richtigen Pflege bleibt dein Dutch Oven über Jahrzehnte nutzbar. Dabei kommt es insbesondere auf die Ausbildung und den Erhalt der Patina an. Für beide Belange eignen sich grundsätzlich normale Öle und Fette (beispielsweise Kokosfett oder Sonnenblumenöl). Je nach den ganz persönlichen Ansprüchen sind die Einbrenn- und Pflegepasten, -sprays bzw. -öle dennoch einen Blick wert. Mitunter neigen die handelsüblichen Fette und Öle dazu, ranzig zu werden. Insbesondere bei längerer Lagerung kann dies der Fall sein. Mit den speziellen Produkten für die gusseisernen Töpfe tritt das Phänomen seltener auf. Auch bezüglich der Konsistenz gibt es Vorlieben. Manche Nutzer bevorzugen eine dickflüssigere Paste. Anderen kommt die gute Verstreichbarkeit von dünnflüssigen Ölen gerade gelegen. Einbrenn- und Pflegepasten bzw. – öle oder aber der Komfort eines Sprays können je nach persönlichen Vorlieben eine Hilfe sein. Probiere sie aus. Zwingend erforderlich sind sie indes nicht.

 

Einbrennen

Bevor du dein erstes Gericht zubereitest, solltest du dich noch einmal vergewissern, dass dein Dutch Oven bereits eingebrannt ist. In den allermeisten Fällen dürfte dies der Fall sein. Nur wenige Hersteller vertreiben Dutch Oven, die noch nicht eingebrannt sind. Vermutlich kannst du diesen Punkt also überspringen. Sollte die Patina im Verlaufe der Nutzung einmal beschädigt werden, kannst du diese über das Einbrennen erneuern. Folge dann einfach dieser Anleitung. Worum geht es beim Einbrennen? Gusseisen ist eigentlich ein poröses Material. Würdest du ohne weiteren Schutz damit kochen, liefest du Gefahr, dass sich Aromen im Material festsetzen und künftige Speisen den Geschmack des vorherigen Gerichts annehmen. Zudem hättest du mit angebranntem Essen zu kämpfen, da es jeder Art von Anti-Haft-Beschichtung mangelte.

Die gute Nachricht lautet: Ein gepflegter Dutch Oven verfügt über eine der besten „Beschichtungen“! Dabei braucht es kein Teflon oder andere moderne Errungenschaften. Dutch Oven bilden beim Einbrennen eine Schutzschicht namens Patina aus. Die Patina entsteht, wenn du den Dutch Oven mit etwas Fett eingerieben für einige Zeit erhitzt. In der Folgezeit erhält sich die Patina quasi von selbst. Beim Kochen erhält dein Topf meist auch ohne gesonderte Behandlung hinreichend Fett und Hitze, so dass die Patina stets erneuert wird. Wenn du wissen willst, ob dein Dutch Oven bereits eingebrannt ist, achte auf die Hersteller-Angaben oder frage deinen Verkäufer danach.

Solltest du weder von Seiten des Herstellers noch des Verkäufers eine Antwort erhalten, erkennst du die Patina an der etwas öligen/fettigen Oberfläche und vor allem an der dunklen Färbung. Ohne Patina wäre dein Dutch Oven eher grau. Falls du zweifeln und lieber sichergehen willst, ist es unschädlich, den Dutch Oven ein weiteres Mal einzubrennen. Sollte aufgrund von schlechter Pflege oder Beschädigungen eine Erneuerung der Patina erforderlich sein, kannst du die Einbrenn-Prozedur auch aus diesem Grund – noch einmal – starten.

Achte darauf, dass du während der Prozedur anwesend bist. Es kann zu einer erheblichen Rauchentwicklung kommen. Hier ist es wichtig, dass du ausreichend lüftest und notfalls der Feuermelder beaufsichtigt wird, bevor der Nachbar die Feuerwehr ruft.

 

Der Einbrennvorgang in einem Kugelgrill

Es gibt eine weitere Möglichkeit, den Dutch Oven einzubrennen. Hierfür nutzt du einen Kugelgrill. Der Vorteil des Kugelgrills liegt darin, dass du eine noch höhere Temperatur erhalten kannst. Das ist gut für die Ausbildung der Patina. Außerdem kann der Rauch draußen problemlos entweichen. Die Verfahrensweise gleicht im Übrigen der im Backofen. Heize deinen Kugelgrill mit reichlich Kohlen auf. Lege deinen eingefetteten Dutch Oven kopfüber auf das Rost des Kugelgrills. Lege den Deckel kopfüber auf die Füße des Topfes und schließe dann den Kugelgrill. Nach einer Stunde lasse den Dutch Oven langsam abkühlen und reibe anschließend noch einmal überschüssiges Fett ab.

  • Spüle den Dutch Oven zunächst mit heißem Wasser aus. Trockne ihn ab und reibe den noch erwärmten Dutch Oven von allen Seiten mit geschmacksneutralem pflanzlichem Fett ein. Ein gut geeignetes Fett ist beispielsweise Kokosfett oder Sonnenblumenöl (wir empfehlen flammo Spray)
  • Lege die Alufolie auf den Gitterrost deines Backofens, da im Folgenden Fett von dem Topf tropfen wird. Stelle den Topf nun kopfüber in den Backofen. Der Backofen sollte über eine Abluftanlage verfügen, da die Prozedur sehr rauchintensiv ist. Lege den Deckel kopfüber auf die Füße des Dutch Oven. Dort erhitzt du Topf und Deckel für etwa eine Stunde auf höchster Stufe.
  • Stelle im Anschluss den Herd ab und lasse den Topf darin zusammen mit dem Herd abkühlen.
  • Schließlich reibe den fettigen Topf und den Deckel noch einmal mit einem Tuch ab. Dein Dutch Oven müsste nun dunkler geworden sein. Das war es, er ist nun „eingebrannt“.

 

Die Patina wird im Verlaufe der Zeit immer dunkler, bis sie irgendwann schwarz erscheint. Das ist ein Zeichen des guten Gebrauchs und kein Anlass zur Sorge.

 

Die Glut vorbereiten

Zum Kochen mit dem Dutch Oven benötigst du Hitze. Anders als es die anmutende Vorstellung einer Lagerfeuer- Romantik vielleicht nahe legt, ist Glut besser geeignet als lodernde, über den Topf schlagende Flammen. Natürlich kannst du deinen Dutch Oven auch mittels Dreibein über das offene Feuer hängen. Gerade zu Beginn ist diese Methode jedoch deutlich schwieriger zu handhaben, als die Nutzung von flammenarmer Glut. Suche einen geeigneten Untergrund für deinen Dutch Oven. Dies könnte eine offene Feuerstelle sein, eine Feuerschale oder ein Grill. Der Platz sollte feuerbeständig sein, so dass du dort die Glut anlegen kannst. Außerdem sollte der Platz eben und fest sein. Schließlich bringt der Dutch Oven einiges an Gewicht mit. Bereite zudem einen gleichermaßen ebenen und hitzebeständigen Platz vor, auf dem du deinen Dutch Oven abstellen kannst, wenn du ihn aus der Glut nehmen möchtest. Dort kannst du während des Kochens soweit erforderlich auch den Deckel ablegen. Du erleichterst dir damit die später erforderliche Temperaturregulierung enorm, wenn du auf Grill-Briketts setzt.

Diese kannst du gezielt dosieren und die Menge der Glut jederzeit anpassen. Wenn du es noch komfortabler haben willst, nutze einen Anzündkamin, der oben bereits vorgestellt wurde. Bei der Vorbereitung der Glut solltest du darauf achten, dass dein Dutch Oven darauf stehen kann, ohne dass er darin schwimmt. Denken daran, dass dein Dutch Oven sehr gut darin ist, Wärme zu speichern. Du benötigst keine großen Mengen an Glut. Einsteiger tendieren dazu, anfangs zu viel Hitze aufzubauen. Wenn dein Dutch Oven übermäßig Kontakt zur Glut hat, kann dies zum Verbrennen deiner Speisen führen.

Ein ebener Steinboden als Untergrund. Um ein Verbrennen der Speisen zu verhindern, kannst du beispielsweise drei Pflastersteine, Fliesen oder ähnliche geeignete Gegenstände in die Glut legen, auf die du deinen Dutch Oven dann stellen kannst. So ist zwischen Glut und Topfunterseite noch etwas Luft. Vielleicht gelingt es dir ja nach einiger Übung, die Glut nur soweit aufzuschütten, dass die Füße deines Dutch Oven lang genug sind, um den Abstand auch ohne Pflastersteine oder ähnliche Hilfen zu halten. Einzelne Kohlestücke, die den Dutch Oven an der Unterseite leicht berühren sind indes kein Problem. Lege die Grill-Briketts am besten ringförmig unter dem Dutch Oven aus. Auf den Deckel kannst du die Grill-Briketts schachbrettartig ausbreiten, so erhältst du eine gleichmäßige Verteilung der Wärme. Fortgeschrittene Nutzer des Dutch Oven verwenden zur Herstellung der Hitze durchaus Glut aus dem Lagerfeuer oder der Feuerschale. Mit zunehmender Zeit wirst du ein Gespür dafür bekommen, wie du geeignete Glut erhalten kannst und wie du damit umzugehen hast.

 

Temperatur regeln

Du findest beim Kochen mit dem Dutch Oven keinen Schalter, Knopf oder Rädchen, an dem du die Temperatur einstellen kannst. Es führt kein Weg an der Regulierung über die Menge und Positionierung der Kohlen vorbei. Dies gelingt mit zunehmender Erfahrung immer besser. Dennoch gibt es Tipps, mit denen du schon bei deinen ersten Rezepten die richtige Temperatur treffen wirst. Wie zuvor bei der Vorbereitung der Glut angesprochen, gilt der Hinweis: Taste dich langsam an die erforderliche Temperatur heran. Ist dein Dutch Oven noch nicht heiß genug, kannst du Kohlen nachlegen. Ist das Essen jedoch erst einmal angebrannt, wird es mit dem Korrigieren schwer. Habe auch ein wenig Geduld. Das schwere Gusseisen heizt zwar zu Beginn langsam auf, speichert diese Wärme im weiteren Verlauf jedoch über eine längere Zeit. Wenn deine Speisen nicht sofort heiß sind, gebe dem Dutch Oven ein paar Minuten Zeit. Beachte, dass der Dutch Oven seine Vorteile am besten dann ausspielen kann, wenn du mit einer Rundum- Hitze kochst. Hierfür ist Glut auch auf den Deckel zu legen. Nicht zufällig verfügt der Deckel über einen hohen Rand. Als Einsteiger solltest du zunächst Grill-Briketts verwenden. Unter anderem deshalb, weil Grill-Briketts berechenbar sind. Genau darauf kommt es bei den folgenden Faustformeln an.

Es gibt eine Regel zur Verteilung der Kohlen unter und über dem Topf (Hinweise zur erforderlichen Gesamtmenge an Kohle-Briketts folgen im Anschluss):
Du siehst, dass du mit der Verteilung der Kohlen auch Einfluss auf die Verteilung der Temperatur im Dutch Oven nehmen kannst. Die obige Regel kann dazu als Einstieg dienen. Traue dich später ruhig, mit der Verteilung von Kohlen zu experimentieren. Achte auf die richtige Verteilung der Kohlen unter und auf dem Topf. Wie viele Grill-Briketts für die oben genannte Verteilung insgesamt einzusetzen sind, hängt von der Größe des Dutch Oven ab. Es gibt meist Hersteller-Empfehlungen, die du beachten solltest. Soweit du von deinem Hersteller oder Verkäufer keine Informationen zur Zahl der erforderlichen Briketts erhalten hast, kannst du dieser Faustformel folgen:

Beispiel

Dutch Oven mit 5,6 Litern Volumen im Topf. Multipliziere 5,6 mit 4, so kommst du auf 22,4. Demnach sind 22 Grill-Briketts einzusetzen.

Willst du nun eine Suppe kochen, legst du 1/3 auf den Deckel und 2/3 unter den Topf. Gerundet sind es 7 Briketts auf dem Deckel und 15 Briketts unter dem Topf. Mit dieser Methode erreichst du ungefähr eine Temperatur von 170 Grad.

  • Suppen und Eintöpfe kochen: 1/3 der Grill-Briketts auf den Deckel und 2/3 unter den Topf.
  • Brot und Kuchen backen: 2/3 der Briketts auf den Deckel und 1/3 unter den Topf.
  • Fleisch und Gemüse braten: 1/2 der Briketts auf den Deckel und 1/2 unter den Topf.
  • Multipliziere das Volumen des Topfes in Litern mit der Zahl 4.
  • Diese Zahl an Grill-Briketts ist einzusetzen und nach obiger Regel zu verteilen.

 

Achtung: Es handelt sich bei der Regel um eine grobe Berechnung.

Beachte, dass du nur das Volumen des Topfes nimmst. Manche Hersteller geben zusätzlich das Volumen des Deckels an. Wenn du dich bezüglich der Herstellerangaben unsicher bist, kannst du den Topf mit Wasserflaschen „auslitern“. So findest du das Volumen schnell selbst heraus.

Beachte auch, dass du mit dieser Methode die Temperatur am ehesten bei den gängigen Größen triffst. Die Methode ist gut geeignet für Standard-Größen, mit denen du 4-6 Personen beköstigen kannst. Wenn du außerordentlich große Dutch Oven einsetzt, solltest du erst einmal etwas weniger Briketts nehmen, als durch die obige Regel errechnet.

Es gibt weitere verbreitete Faustformeln zur Zahl der Briketts.

Eine der Methoden knüpft an die Zahl auf dem Deckel. Wie eingangs beschrieben, gibt es Dutch Oven mit der Bezeichnung „ft6“, „qt6“, pp. Auch darüber lassen sich die Mengen berechnen. Allerdings gibt es dabei den – ebenfalls eingangs erläuterten – Umstand, der dich als Einsteiger eher verwirren könnte: Die Bezeichnungen werden unterschiedlich verwendet (Quart oder Durchmesser). Damit es verständlich bleibt und nicht versehentlich auf die halbe oder doppelte Menge an erforderlichen Briketts hinausläuft, solltest du dich der Einfachheit halber auf die obige Formel über das Volumen beschränken.

 

Der erste Einsatz – Kochen mit dem Dutch Oven

Suche dir für den Start am besten ein einfach zu kochendes Gericht. Schließlich sollst du mit einem Erfolgserlebnis starten. Dein erstes Gericht sollte zudem ein säurearmes sein. Zu Beginn kann es sein, dass die Patina deines Dutch Oven noch nicht ausgehärtet ist. Gebe deinem Dutch Oven ein bis zwei Kochvorgänge Zeit, bevor du ihn mit säurehaltigen Speisen – wie Tomaten – in Berührung bringst.

Wir empfehlen dir zum Einstieg den folgenden Eintopf. Dein Vorteil: Das Rezept ist sehr leicht nachzukochen, so dass du dich auf den Umgang mit dem Dutch Oven konzentrieren kannst. Überdies kommt es hinsichtlich der Temperatur nicht auf die Einhaltung der exakten Gradzahl an. Perfekt zum Üben!

 

Die Zutaten für deinen Eintopf:

Du benötigst die folgenden Zutaten für dein erstes Gericht im Dutch Oven:

  • 750 g Möhren
  • 750 g Kartoffeln
  • 600 ml Brühe
  • 250 g gewürfelter Speck
  • 30 g Butter
  • 1 gewürfelte Zwiebel
  • ½ Apfel
  • Salz, Pfeffer, Prise Zucker

 

Die Zubereitung im Dutch Oven:

Schäle zunächst die Kartoffeln, die Möhren und den halben Apfel. Schneide diese im Anschluss in gleichgroße Stücke. Nun zerlasse die Butter im Dutch Oven und brate darin die gewürfelte Zwiebel und den Speck an. Wenn die Zwiebeln glasig sind, gebe die Kartoffeln, die Möhren und den halben Apfel hinzu und röste diese kurz Würze vorsichtig (insbesondere mit Salz zunächst sparsam umgehen) und lösche mit der Brühe ab. Wenn du alle Zutaten im Dutch Oven hast, schließe den Deckel und atme einmal durch. Der Eintopf muss nun für etwa 30 Minuten garen.

Jetzt hast du Zeit! Es gibt keine Eile, der Eintopf muss nicht innerhalb von zwei Minuten anfangen zu köcheln. Wenn er zunächst nur langsam warm wird, macht das überhaupt nichts. Freue dich über diese Erfahrung, beobachte einfach aufmerksam, wie sich Temperatur und Kohlenmenge zueinander verhalten. Gegebenenfalls lege Briketts nach. Sollte der Eintopf stattdessen gleich überzukochen drohen, ist auch das kein Grund zur Hektik. Nehme Kohlen weg und taste dich an eine gute Temperatur heran. Deinem Eintopf wird all dies wenig ausmachen. Dieses Rezept ist äußerst gutmütig und verzeiht die Schwankungen. Du lernst jetzt deinen Dutch Oven kennen.

Wenn die Kartoffeln aus deiner Sicht lange genug gekocht haben, nehme den Dutch Oven aus der Glut und stelle ihn auf einen festen Untergrund. Nehme vorsichtig den Deckel, halte ihn über die Feuerstelle und entferne die glühenden Briketts. Nun legst du den geleerten

Deckel wieder auf den Topf. Die Restwärme des Dutch Oven hält deinen Eintopf auf Temperatur, während du in aller Ruhe die Essensvorbereitungen treffen kannst. Soweit du magst, kannst du die Kartoffeln vor der Ausgabe noch ein wenig stampfen oder pürieren.

 

Reinigung und Pflege

Dein erstes Gericht mit dem Dutch Oven ist hoffentlich gelungen und hat dir geschmeckt. Nun ist es Zeit für die Reinigung. Du wirst sehen, dass die Reinigung leicht von der Hand geht. Nehme diese am besten in dein Koch- Ritual mit dem Dutch Oven auf. Wenn der Topf gleich im Anschluss an das Essen gereinigt wird, schwingt deine gerade „erkochte“ mentale Entspannung noch mit und du erlebst die Reinigung als befriedigenden Abschluss einer kleinen Auszeit. Mit der richtigen Einstellung ist selbst diese Prozedur etwas Besonderes.

Gleich vorab: Reinige den Dutch Oven stets ausschließlich mit heißem, purem Wasser ohne Zusätze. Du wirst nicht nur anhaftendes Essen, sondern jegliche angebrannten Reste mit heißem Wasser beseitigen können. Normalerweise solltest du mit heißem Wasser und einem gewöhnlichen Schwamm oder einer (weichen) Bürste auskommen. Wenn hartnäckige Reste vorhanden sind, können diese zusätzlich mit einem Holz- oder Plastikspatel abgekratzt werden.

Hast du es mit stark angebrannten Essensresten zu tun, die du weder mit einem Schwamm, noch mit einem Holzspatel wegschaben kannst, fülle den Dutch Oven mit etwas Wasser und stellen ihn in die noch heiße Glut.

In aller Regel reicht es, wenn das Wasser einmal kurz aufköchelt. Spätestens jetzt solltest du die angebrannten Stellen mit einem Holzspatel abkratzen und die gelösten Reste mit einem Schwamm entfernen können.

Allein diese hoch wirksame Methode sollte Grund genug sein, dass du deinen Dutch Oven gleich nach dem Essen reinigst. Dann steht die heiße Glut noch zur Verfügung und du kannst sie komfortabel einsetzen.

Als letztes Mittel bleibt dir ein Schwamm aus Edelstahlgeflecht. Sollte sich wider Erwarten mit den oben genannten Methoden keinen Erfolg einstellen, nimm diesen zur Hand. Achte darauf, dass er ein weiches Geflecht hat. Verwende keinen scharfkantigen Drahtschwamm. Mit einem solchen Edelstahlschwamm wirst du dir bei verbleibenden Notfällen helfen können.

Achtung: Wenn du die Patina bei der Reinigung mit einem ungeeigneten Hilfsmittel beschädigst, musst du den Dutch Oven erneut einbrennen. Verfahre dazu wie in der Anleitung weiter vorne beschrieben. Wenn es keine angebrannten Reste gibt oder diese bereits mittels der oben beschriebenen Methode im heißen Wasserbad entfernt hast, beende die Reinigung des Dutch Oven mit heißem Wasser und einer Bürste oder einem Schwamm in deiner Spüle.

Nach der Reinigung trocknest du deinen Dutch Oven mit einem gewöhnlichen Küchen-Handtuch ab. Nutze am besten eines, dass nur hierfür verwendet wird. Die Patina des Dutch Oven wird Flecken verursachen.

Im Anschluss reibst du deinen Dutch Oven und den Deckel von allen Seiten mit der Pflegepaste, -spray bzw. Pflegeöl oder etwas handelsüblichem geschmacksneutralem Öl ein. Überschüssiges Fett nimmst du mit Küchentüchern auf, so dass dein Dutch Oven lediglich einen dünnen Öl-Film behält und nicht darin schwimmt.

Bis zum nächsten Einsatz lagerst du deinen Dutch Oven ein. Das machst du am besten in einem Karton oder einer Holzkiste. Der Einfachheit halber bietet sich die Verpackung des Herstellers an, in die du deinen Dutch Oven mit leicht geöffnetem Deckel stellst. Klemme ein Stück gefaltetes Küchenpapier zwischen Topf und Deckel, dann kann die Luft zirkulieren.

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